Whisky vs. Bourbon: Wo liegt eigentlich der Unterschied?

Whisky und Bourbon – zwei Namen, die oft synonym verwendet werden, aber tatsächlich zwei unterschiedliche Spirituosen bezeichnen. Während beide auf eine lange Tradition zurückblicken, gibt es wesentliche Unterschiede in Herstellung, Geschmack und gesetzlichen Vorgaben. Wer glaubt, dass Bourbon nur eine Unterkategorie von Whisky ist, wird überrascht sein, wie viele Faktoren diese beiden Getränke voneinander unterscheiden.

Whisky ist ein Überbegriff für eine breite Palette von Destillaten, die weltweit produziert werden. Schottland, Irland, Kanada und Japan gehören zu den bekanntesten Whisky-Nationen, wobei jede Region ihren eigenen Stil entwickelt hat. In den USA hingegen schreibt man „Whiskey“ mit „e“ und unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Varianten, darunter Bourbon, der ausschliesslich in den USA hergestellt werden darf und strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt. Übrigens: Während in den USA und Irland „Whiskey“ mit „e“ geschrieben wird, bleibt es in Schottland, Kanada und Japan beim klassischen „Whisky“ – ein kleines Detail, das viel über die Herkunft verrät.

Ein entscheidender Unterschied liegt in den Rohstoffen. Während schottischer Whisky hauptsächlich aus gemälzter Gerste hergestellt wird, muss Bourbon mindestens 51 Prozent Mais enthalten. Diese Maisbasis verleiht Bourbon seinen typischen süsslichen Geschmack mit Noten von Vanille und Karamell. Andere Whiskysorten können dagegen eine grössere Bandbreite an Getreidesorten verwenden, darunter Roggen, Weizen oder Hafer, was zu vielfältigeren Aromenprofilen führt.

Auch die Destillation und Lagerung folgen unterschiedlichen Regeln. Bourbon muss in neuen, ausgebrannten Eichenfässern gereift werden, was ihm seine charakteristische, karamellisierte Süsse und oft eine kräftige Holznote verleiht. Schottischer Whisky hingegen reift meist in gebrauchten Fässern, die zuvor Sherry, Wein oder Bourbon enthalten haben. Dadurch entwickelt sich ein komplexeres, oft fruchtigeres oder rauchigeres Geschmacksprofil.

Der Alkoholgehalt und die Produktionsweise sind ebenfalls klar geregelt. Bourbon darf bei der Destillation einen Alkoholgehalt von maximal 80 Prozent haben und muss mit höchstens 62,5 Prozent ins Fass gefüllt werden. Zudem darf kein Zusatzstoff wie Karamell zur Farbgebung verwendet werden. Schottischer Whisky hingegen darf gefärbt werden und kann in einem breiteren Spektrum von Alkoholstärken destilliert werden, was zu noch mehr geschmacklicher Vielfalt führt.

Geschmacklich sind die Unterschiede deutlich spürbar. Bourbon ist oft süsser, weicher und hat ausgeprägte Vanille-, Honig- und Karamellnoten, die aus der Maisbasis und den neuen Eichenfässern stammen. Schottischer Whisky bietet eine größere Bandbreite, von mild und fruchtig über würzig bis hin zu stark getorften Varianten mit rauchigem Charakter.

Die Herkunft ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal. Während Whisky in verschiedenen Ländern produziert wird, darf Bourbon nur in den USA hergestellt werden. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Bourbon ausschliesslich aus Kentucky stammt. Zwar werden dort die meisten hochwertigen Bourbons destilliert, doch die Produktion ist in allen US-Bundesstaaten erlaubt.

Am Ende ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer eine süssere, zugänglichere Spirituose sucht, wird Bourbon bevorzugen. Wer hingegen auf komplexere, rauchige oder fruchtige Noten steht, wird sich eher für schottischen Whisky begeistern. Egal, für welche Seite man sich entscheidet – beide haben ihre eigene Faszination und lange Tradition.

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