Tequila ist mehr als nur eine Spirituose – er ist ein Stück mexikanische Kultur, ein Symbol für Tradition und Leidenschaft. Sein Ursprung reicht weit zurück, bis in die Zeit der Azteken, und seine Entwicklung spiegelt die Geschichte Mexikos wider. Doch wie wurde aus einem vergorenen Agaven-Getränk die weltbekannte Spirituose, die wir heute kennen? Wir nehmen dich mit auf eine Reise durch die faszinierende Geschichte des Tequilas – von den Anfängen bei den Azteken bis zu den edlen Premium-Tequilas, die heute in den besten Bars der Welt serviert werden.
Die Ursprünge: Die Azteken und das göttliche Getränk
Bevor die Spanier Mexiko eroberten, hatte die indigene Bevölkerung bereits eine enge Verbindung zur Agave. Die Azteken verehrten die Pflanze als heilig und nutzten sie nicht nur zur Herstellung von Fasern und Medizin, sondern auch für ein fermentiertes Getränk: Pulque.
Pulque wurde aus dem süssen Saft der Agave (dem „Aguamiel“) gewonnen und durch natürliche Hefen vergoren. Der Alkoholgehalt war niedrig, aber das Getränk hatte eine spirituelle Bedeutung. Es wurde in religiösen Zeremonien getrunken und galt als Geschenk der Göttin Mayahuel, der Schutzpatronin der Agave. Nur Priester, Adlige und Krieger durften es konsumieren – das einfache Volk hatte keinen Zugang zu diesem göttlichen Getränk.
Die Ankunft der Spanier – die Geburt des ersten Tequilas
Als die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert nach Mexiko kamen, brachten sie nicht nur Feuerwaffen und Pferde mit, sondern auch die Kunst der Destillation. Da ihnen ihr eigener Branntwein fehlte, begannen sie, mit lokalen Zutaten zu experimentieren. Sie entdeckten, dass sich der fermentierte Agaven-Saft destillieren liess und eine viel stärkere, reinere Spirituose entstand.
So wurde der erste Vorläufer des Tequilas geboren – eine hochprozentige Agaven-Spirituose, die bald unter den Spaniern beliebt wurde. Dieser erste „Mezcal de Tequila“ war noch rau und ungefiltert, aber er legte den Grundstein für das, was später als Tequila bekannt wurde.
Der Aufstieg der Stadt Tequila und die Regulierung der Produktion
Im 18. Jahrhundert begann sich die Stadt Tequila in Jalisco als Zentrum der Agaven-Destillation zu etablieren. Hier wurde die Produktion weiter verfeinert, und erste Familienunternehmen spezialisierten sich auf die Herstellung des Getränks.
Ein wichtiger Moment in der Geschichte des Tequilas war die Gründung der ersten kommerziellen Destillerien. Besonders bedeutend war die Familie Cuervo, die 1758 eine Lizenz von der spanischen Krone erhielt, um offiziell Agavenbrand herzustellen. Sie gilt als Begründer der modernen Tequila-Produktion.
Mit dem steigenden Erfolg kam aber auch der Wunsch nach Regulierung. 1902 wurde offiziell festgelegt, dass echter Tequila ausschliesslich aus der blauen Weber-Agave (Agave tequilana Weber) hergestellt werden darf. Diese Agavenart erwies sich als besonders ertragreich und aromatisch.
Tequila und die mexikanische Revolution – ein Symbol für Nationalstolz
Während der Mexikanischen Revolution (1910–1920) wurde Tequila mehr als nur eine Spirituose – er wurde ein Symbol für den Widerstand gegen ausländische Einflüsse. Mexikanische Revolutionäre tranken Tequila, um ihre nationale Identität zu betonen, während die wohlhabende Oberschicht eher französischen Cognac oder Whisky bevorzugte.
In dieser Zeit begann sich Tequila als die mexikanische Nationalspirituose durchzusetzen. Nach dem Ende der Revolution wurde er zum bevorzugten Getränk der Arbeiterklasse, doch auch in den gehobenen Kreisen Mexikos gewann er an Ansehen.
Die Expansion in die USA und die Entstehung des Margarita-Cocktails
In den 1930er- und 1940er-Jahren begann Tequila seinen Siegeszug in den USA. Besonders während der Prohibition (1920–1933) wurde er als Ersatz für Whiskey und andere verbotene Spirituosen nach Nordamerika geschmuggelt.
Einer der entscheidenden Momente für den internationalen Erfolg von Tequila war jedoch die Erfindung des Margarita-Cocktails in den 1940er-Jahren. Dieser frische, leicht süsse Cocktail – bestehend aus Tequila, Limettensaft und Orangenlikör – machte die Spirituose massentauglich. In den 1950er-Jahren wurde er in Hollywood populär, und Stars wie Elvis Presley trugen zur weltweiten Bekanntheit von Tequila bei.
Die Einführung von Qualitätsstandards und die Entwicklung von Premium-Tequila
Bis in die 1970er-Jahre war Tequila vor allem als Party-Getränk bekannt – oft als günstiger Blanco-Tequila, der mit Salz und Zitrone getrunken wurde. Doch mit der steigenden Nachfrage begann auch eine Entwicklung hin zu höherwertigen Produkten.
1974 wurde Tequila als geschützte Herkunftsbezeichnung (Denominación de Origen, DO) registriert. Das bedeutet, dass Tequila nur in bestimmten Regionen Mexikos produziert werden darf, insbesondere in Jalisco und vier weiteren Bundesstaaten. Diese Maßnahme sicherte die Authentizität und Qualität des Getränks.
In den 1990er-Jahren erlebte Premium-Tequila einen Aufschwung. Marken wie Patrón, Don Julio und Herradura führten gereifte Tequilas (Reposado, Añejo und Extra Añejo) ein, die in Eichenfässern gelagert wurden und ein viel komplexeres Aroma boten als die einfachen Blancos.
Siehe auch: Blanco, Reposado, Añejo – welche Tequila-Arten gibt es?
Die Tequila-Revolution – Luxusmarken und Investitionen von Prominenten
Seit den 2000er-Jahren hat sich der Markt für Tequila dramatisch verändert. Während er früher hauptsächlich in Mexiko und den USA populär war, ist er mittlerweile eine Luxusspirituose mit weltweitem Erfolg.
Besonders auffällig ist der Trend, dass immer mehr Prominente in Tequila-Marken investieren. Zu den bekanntesten Beispielen gehören:
- George Clooney (Casamigos – später für 1 Milliarde Dollar verkauft)
- Dwayne „The Rock“ Johnson (Teremana)
- Kendall Jenner (818 Tequila)
- Justin Timberlake (Sauza 901)
Diese Investitionen haben Tequila aus dem „Party-Image“ befreit und ihn in den Premium-Bereich katapultiert. Heute gibt es Tequilas, die für mehrere tausend Dollar verkauft werden und mit feinsten Whiskys oder Cognacs konkurrieren.
Wer mehr über die Tequilas der Stars erfahren will – und wissen möchte, was wirklich hinter den Promi-Marken steckt –, erfährt mehr darüber in diesem Beitrag: Diese Promis machen ihren eigenen Tequila – lohnt sich der Kauf?

Fazit: Tequila – eine Spirituose, die reift wie die Agave selbst
Von den Azteken und ihrem heiligen Pulque über die ersten Destillationen der Spanier bis hin zu den heutigen Luxus-Tequilas – die Geschichte dieser Spirituose ist faszinierend und einzigartig.
Tequila hat sich von einem einfachen Agavenbrand zu einem weltweit geschätzten Kultgetränk entwickelt. Während günstige Blancos nach wie vor auf Partys konsumiert werden, sind gereifte Premium-Tequilas heute echte Sammlerstücke, die pur genossen werden.
Eines ist sicher: Tequila ist weit mehr als nur ein Shot mit Salz und Zitrone – er ist ein Stück mexikanischer Identität, ein Getränk mit Geschichte und einer vielversprechenden Zukunft.
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