London Dry, New Western, Old Tom – Welcher Gin passt zu dir?

Gin ist eine der vielseitigsten Spirituosen überhaupt, doch nicht jeder Gin schmeckt gleich. Neben den individuellen Botanicals gibt es verschiedene Stile, die den Geschmack stark beeinflussen. Drei der bekanntesten Kategorien sind London Dry, New Western und Old Tom. Doch was macht sie aus, und welcher passt am besten zu deinem Geschmack?

Bei den Kategorien des Gin streiten sich Experten, denn während einige nur drei Hauptkategorien (Dry Gin, Old Tom Gin, Genever) anerkennen, sehen andere auch Plymouth Gin oder New Western Gin als eigenständige Stile.

Faktisch gibt es allerdings drei anerkannte Hauptkategorien von Gin:

Dry Gin – Wacholderbetont, keine künstlichen Aromen oder Zucker erlaubt, jedoch können natürliche Aromastoffe hinzugefügt werden.

Old Tom Gin – Leicht gesüsst, weicher als Dry Gin, historisch eine Brücke zwischen Genever und modernem Gin.

Genever (Holländischer Gin) – Malzbetont, whiskyähnlich, Ursprung des Gins.

Plymouth Gin wird oft als eigene Kategorie betrachtet, ist aber eigentlich ein geschützter Stil (eine geografisch geschützte Variante von Dry Gin). New Western Gin ist eher eine moderne Interpretation als eine offizielle Kategorie.

Fazit: Die drei Hauptkategorien sind Dry Gin, Old Tom Gin und Genever – weitere Stile wie Plymouth Gin oder New Western Gin sind Unterkategorien oder moderne Entwicklungen.

Wer an Gin denkt, hat oft einen London Dry vor Augen. Dieser Stil steht für einen klaren, trockenen und intensiv wacholderbetonten Geschmack. Trotz des Namens muss London Dry nicht in London produziert werden – der Begriff bezieht sich auf die Herstellungsmethode. Der Gin darf nach der Destillation nicht mehr aromatisiert werden, sodass alle Aromen während des Destillationsprozesses aus den Botanicals gewonnen werden. Eine weitere Besonderheit ist, dass London Dry Gin keinen Zucker enthalten darf, wodurch er seine charakteristische Trockenheit behält.

Die strengen Herstellungsvorgaben machen London Dry zu einer der reinsten Gin-Varianten. Neben Wacholder sind häufig Koriander, Zitrusschalen und Angelikawurzel enthalten, die für eine klare und würzige Aromatik sorgen. Die Destillation erfolgt traditionell in Kupferbrennblasen, die für eine besonders feine Geschmacksentwicklung sorgen.

London Dry eignet sich besonders für klassische Cocktails wie Gin Tonic oder Martini, da seine trockene, würzige Note hervorragend mit anderen Zutaten harmoniert. Während er traditionell für seine Wacholderdominanz bekannt ist, setzen immer mehr Brennereien auf raffinierte Rezepturen mit einzigartigen Botanicals. So finden sich mittlerweile Varianten mit exotischen Gewürzen, Kräutern oder sogar floralen Noten, die dem klassischen London Dry eine moderne, vielschichtige Dimension verleihen. In hochwertigen Ausführungen lassen sich feine Nuancen entdecken, die sich pur oder mit einem passenden Tonic ideal entfalten. Wer also ein traditionelles Geschmackserlebnis mit einer eleganten Tiefe sucht, wird hier fündig.

Was ist der Unterschied zwischen Dry Gin und London Dry Gin?

London Dry Gin ist eine strengere Unterkategorie von Dry Gin, bei der nach der Destillation keine Aromen oder Zucker zugesetzt werden dürfen, während Dry Gin geringfügige Nacharomatisierung und bis zu 0,5 g Zucker pro Liter erlaubt.

Old Tom Gin ist die perfekte Wahl für alle, die es etwas milder mögen. Dieser Stil war im 18. und 19. Jahrhundert weit verbreitet und erlebt derzeit ein Comeback. Im Vergleich zu London Dry enthält Old Tom eine leichte Süsse, entweder durch eine minimale Zuckerzugabe oder durch den Einsatz süßlicher Botanicals.

Der Geschmack ist weicher und abgerundeter, wodurch Old Tom ideal für klassische Cocktails wie den Tom Collins oder Martinez (klassischer Cocktail, der weithin als direkter Vorläufer des Martini gilt) ist. Wer sich an Gin herantasten möchte, ohne von intensiver Wacholderwürze erschlagen zu werden, findet hier eine spannende Alternative.

Bevor Gin in England populär wurde, gab es bereits Genever – die niederländische Variante, die als Vorläufer des heutigen Gins gilt. Genever wird aus einer Getreidemaische destilliert und hat dadurch einen deutlich malzigeren Charakter als klassischer Gin. Während London Dry oder New Western Gins oft leicht und frisch sind, erinnert Genever geschmacklich eher an einen milden Whisky mit Wacholdernote.

Genever wird in zwei Hauptkategorien unterteilt: Jonge Genever, der einen klaren, leichteren Geschmack hat, und Oude Genever, der durch eine längere Reifung in Holzfässern (siehe Beitrag: Fassgelagerter Gin – was steckt hinter dem Trend?) oft komplexere, fast karamellige Aromen entwickelt. Traditionell wird Genever pur oder in klassischen Cocktails wie dem „Holland House“ getrunken.

Plymouth Gin wird oft als eigene Kategorie betrachtet, ist aber eigentlich ein geografisch geschützter Stil von Dry Gin. Er darf ausschliesslich in der Stadt Plymouth, England, hergestellt werden und zeichnet sich durch einen weicheren, erdigeren Geschmack mit leichter Malznote aus. Anders als Dry Gin hat er oft eine mildere Wacholdernote. 

New Western Gin hingegen ist keine offizielle Kategorie, sondern eine moderne Interpretation, bei der Wacholder nicht mehr zwingend die Hauptrolle spielt. Stattdessen stehen andere Botanicals wie Zitrusfrüchte, florale oder würzige Noten im Vordergrund, was zu kreativeren und oft ungewöhnlicheren Geschmackserlebnissen führt.

Welcher Gin-Typ der richtige für dich ist, hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Magst du es trocken und wacholderbetont, ist London Dry die beste Wahl. Doch auch hier gibt es mittlerweile spannende Entwicklungen: Viele hochwertige London Dry Gins setzen neben klassischem Wacholder auf feine Zitrusnoten, Kräuter oder florale Akzente. Dadurch entstehen Varianten, die trotz strenger Herstellungsvorgaben eine breite Geschmacksvielfalt bieten. Wer sich etwas auskennt, kann auch bei klassischen London Dry Gins eine faszinierende Tiefe entdecken, sei es durch die Balance zwischen Gewürzen oder die subtile Integration von Kräutern.

Wenn du gerne neue Aromen erkundest, probiere einen New Western Gin mit spannenden Botanicals. Diese moderne Interpretation bietet eine Vielzahl von Geschmackserlebnissen und eignet sich besonders für experimentierfreudige Geniesser. Doch auch bei klassischen Dry Gins gibt es immer mehr Varianten, bei denen spannende Aromen im Vordergrund stehen. Viele Destillerien experimentieren mit Kräutern, Gewürzen oder floralen Akzenten, um dem traditionellen Stil eine neue Tiefe zu verleihen. Und wenn du einen weicheren, leicht süsslichen Gin suchst, könnte Old Tom genau das Richtige für dich sein.

Letztlich bleibt es eine Frage des Geschmacks – die beste Methode, um deinen Favoriten zu finden, ist eine ausgiebige Verkostung. Denn am Ende entscheidet nicht die Kategorie, sondern dein persönliches Empfinden im Glas.

Unabhängig von der Kategorie kommt es vor allem auch auf die Qualität des Gins an – woran du einen hochwertigen Premium-Gin erkennst, erfährst du hier: Premium Gin erkennen – worauf du achten solltest.

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